Schlafende Hexe

Es gibt einen Berg, der als schlafende Hexe bezeichnet wird. Der Rotofen, ein Berg im östlichen Teil des Lattengebirges in den Berchtesgadener Alpen trägt den Beinamen Schlafende Hexe. Verliehen bekommen hat der Berg diesen Beinamen, da er vom Tal aus gesehen dem Profil einer liegenden Frau ähnelt. Warum der Volksmund aus der Frau dann eine Hexe machte, darüber gibt es verschiedene Sagen.

Sagen über die schlafende Hexe

Die müde Magd

Ehe die schlafende Hexe zu dem wurde, was sie heute ist, war sie eine tüchtige Magd. Die Magd war allerdings nicht mehr jung, zu bemerken auch daran, dass ihr der eine oder andere Zahn fehlte. Ihre Arbeit konnte die Magd aber noch gut verrichten. Als der alte Bauer dann starb, trat sein Erbe die Nachfolge an. Dieser war aber ein Hitzkopf. Er fluchte viel und schimpfte und wollte so beweisen, dass nun er der Herr war. Und er trieb alle an, auch die ältere Magd. Dieser wurde es zu viel, sie war erschöpft und legte sich hin. Dem neuen Herrn gefiel das gar nicht und er fluchte und schimpfte. Und bekam als Antwort von der Magd zu hören: »Leck mich am Arsch, ich schlafe jetzt.« Und so wurde aus der alten Magd die schlafende Hexe, denn sie schläft immer noch.

Böse Hexe und der Gottesmann Martinus

Einer anderen Sage nach, war die steinernde Hexe eine Hexe, die vor mehr als tausend Jahren die Einsamkeit suchte. Sie mochte die Menschen nicht, allen voran die Christen und ihre Missionare. Nun gab es dort wo sie lebte das Grab des heiligen Zeno und dies zog einige Gläubige an. Diesen trat die Hexe als freundliche Wirtin entgegen, sie vergiftete die Menschen aber. Oder sie ließ Steine auf Wanderer fallen, so dass diese abstürzten. Eines Tages zog aber der Gottesmann Martinus den Weg über den Halltthurm hinauf. Er wollte den Menschen im Berchtesgadener Land predigen. Wieder war die Hexe zu stelle, diesmal mit einem schweren Felsbrocken. Martinus wurde durch das donnernde Geräusch gewarnt und konnte sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen. Wieder brachte die Hexe einen großen Steinblock zum Rollen. Mit einem großen Kreuz konnte Martinus diesen aufhalten. In diesem Moment soll einzittern durch das Gebirge gegangen sein. Es ertönte ein Grollen wie tausend Donner zusammen. Die Hexe wurde zu Boden geschleudert und zu Stein verwandelt. Und ist heute noch als schlafende Hexe zu sehen. Und Martinus konnte weiter ziehen.

Rotofen

Der Rotofen gliedert sich von Ost nach West in Vorderer (1370 m), Mittlerer (1396 m) und Hinterer Rotofen (1460 m). Diese werden teilweise auch als Rotofentürme bezeichnet, auf älteren Karten findet sich die Schreibweise Rothofen. Der Name kommt vom gelbroten Gestein und höhlenartigen Auswaschungen, wobei Ofen im Gebirge allgemein zerklüftete, hochaufragende Felsen bezeichnet.
Höhe: 1460 Meter
Lage: Bayern
Gebirge: Lattengebirge, Berchtesgadener Alpen

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