Hexenzahn – Hexenmilch und Hexenschuss

Natürlich gibt es in unserem Sprachgebrauch nicht nur den Zauberer, die Hexe oder den Hexer. Auch einige Phänomene, gerade im medizinischen Bereich werden mit dem Teilnamen Hexe beschrieben.

Hexenschuss

Hexenschuss von Johann Zainer
Darstellung eines „Hexenschusses“ auf einem Druck von Johann Zainer um das Jahr 1489/90, Holzschnitt aus dem tractatus von den bösen weibern, die man hexen nennt von Ulrich Molitor

Da wäre zum einen der Hexenschuss. Unter einem Hexenschuss versteht man einen plötzlich auftretenden, stechenden und auch anhaltenden Schmerz und zwar im Bereich der Lendenwirbel. Sehr häufig kommt zu dem Schmerz auch eine deutliche Einschränkung der Bewegung. Und sehr häufig ist eine Bewegung nur mit einer speziellen Schonhaltung (die das Ganze meist noch schlimmer macht) möglich. Allerdings sieht man dann so aus, als wenn man einen Buckel macht. Hexenschuss bei Wikipedia.

Der Begriff Hexenschuss verdeutlicht die mittelalterliche Vorstellung, dass Krankheiten von übernatürlichen Wesen (z. B. eben Hexen) einem Menschen mittels eines Pfeilschusses zugefügt werden. Immerhin gibt es auch einen Heiligen, der für Menschen zuständig ist, die von einem Hexenschuss geplagt werden, und zwar den Heiligen Laurentius, dem Schutzpatron der schmerzgeplagten Patienten.

Hexenzahn

Während der Hexenschuss noch sehr bekannt ist, ist der Hexenzahn als Bezeichnung für einen angeborenen Zahn bei einem Neugeborenen nicht ganz so in aller Munde. Liegt vielleicht daran, dass das Phänomen sehr selten ist, gerade einmal eins von 2000 (oder 6000, je nach Quelle) Babys kommt mit einem solch sichtbaren Zahn auf die Welt.

Der Hexenzahn ist an sich ersteinmal nichts gefährliches, meist gehört er auch zum später folgendem Milchgebiss (siehe auch Zahnen beim Baby). Allerdings kann er zum Beispiel stören, wenn das Baby die Brust bekommt.

Hexenmilch

Auch die Hexenmilch betrifft Kinder. Dabei handelt es sich um eine Ausscheidung einer milchähnlichen Flüssigkeit aus den Brustwarzen Neugeborener hervorgerufen durch den Übertritt mütterlicher Hormone (Galactorrhoe). Galaktorrhoe.

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